Ab ans Meer.Fahrt nach Cuxhaven 2026 für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren

Im Mai sollte es für jugendliche Pflegekinder wie auch schon vor zwei Jahren nach Cuxhaven gehen: Sandstrand und Meeresluft standen von vornherein auf dem Programm. Durch die Anmeldesituation und die Verteilung auf die verschiedenen Freizeiten entstand aber überraschend etwas, was es bei PiB noch nie gegeben hatte: eine Mädchen*-Freizeit.

Die begleitenden Fachberatungen kamen schnell überein, diese Freizeit ganz bewusst als einen geschützten Raum für Mädchen* zu nutzen und das Programm noch einmal anzupassen. Von Donnerstag bis Sonntag waren dann also 10 Mädchen* aus allen Bereichen der Vollzeitpflege und drei Fachberatungen unterwegs in Cuxhaven.

Donnerstag stand dann zunächst die Gruppenfindung und das Erkunden der Umgebung an, trotz des nicht-ganz-sommerlichen Wetters mit einer Runde Strand­fußball.

Am Freitag konnten sich die Teilnehmenden im Rahmen einer Farb-Foto-Challenge die Stadt noch weiter erobern. Die Herausforderung, nach be­stimmten Farben Ausschau zu halten, war auch ein Angebot für die Jugendlichen, sich achtsam und offen durch ihre Umwelt zu bewegen. Aus den auf­genommenen Bildern sind Collagen entstanden, die genau das wiedergeben.

Auch am Nachmittag wurde weitergebastelt, diesmal an Perlenarmbändern, in ent­spannter Atmosphäre mit K-Pop und viel Kreativität. Das offene Abendprogramm bestand aus Karaoke und Mario-Kart-Duellen an der Konsole, sodass sich die inhaltliche Arbeit tagsüber und die Möglichkeit zum Abschalten, Quatsch machen und Spaß haben die Waage hielten.

Samstagvormittag beschäftigte sich die Gruppe in einem Workshop mit dem Thema „Grenzen“. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen und der Wahrung dieser kann besonders für Mädchen* ein wichtiger Punkt sein. Der geschützte Rahmen der Freizeit ermöglichte insbesondere hier eine konkretere Ausrichtung des Angebots auf die Erfahrungen von Mädchen*, unter weniger Zuschreibungen und Bewertung von außen.

Nachmittags wurde die Abschiedsparty geplant und vorbereitet; und scheinbar nebenbei auch von den Jugendlichen eine kleine Performance eingeübt: die Erwachsenen wurden mit einer Choreografie zu „Cotton Eye Joe“ überrascht.

Insgesamt stellte sich die konzeptionelle Umstellung auf eine Mädchen*-Freizeit für die Gruppe als echter Gewinn heraus. In den inhaltlichen Angeboten konnten spezifisch Themen bearbeitet werden, die die Biografie vieler Mädchen* prägen. So entstand nicht nur über die geteilte Identität als Pflegekind schnell ein Gemeinschafts­gefühl, sondern auch durch den Austausch über geschlechtsspezifische Erfahrung. Die Teilnehmenden konnten gestärkt in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Körperwahrnehmung aus der Freizeit gehen.

Der sichere Rahmen bot die Möglichkeit, in Verbindung zu kommen, andere mit ähnlichen Erfahrungen kennenzulernen und auch Freundschaften zu bilden. Auf dem Rückweg wünschte sich eine der Jugendlichen sogar: „Ich hoffe wir stehen auf der Rückfahrt im Stau, damit wir länger Musik hören können im Auto.“ Dieser Wunsch wurde ihr tatsächlich erfüllt, und die Gruppe konnte noch ein wenig länger zusammenbleiben.

Nach der Freizeit waren sich alle einig: ein solcher geschützter Raum hat bisher oft gefehlt. Auch in Zukunft wollen wir versuchen, mehr solche Angebote zu schaffen und planen bereits die nächste Mädchen*-Freizeit.

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